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Ecommerce Wahnsinn @it´s Best und was mir sonst noch so gefällt

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RC-Hubschrauber – Fliegen schwer gemacht

Fliegen schwer gemacht

Als guter Patenonkel macht man doch alles für seinen Neffen. Ausflüge, Geschenke, alles was dazu gehört. Ich liebe meinen Neffen so, als wäre er mein eigener Sohn. Aber nur soviel dazu. Sein 8. Geburtstag stand bevor und wie jedes Jahr wollte ich ihm zusätzlich zu den üblichen Scheinchen für das Sparbuch noch eine Kleinigkeit zum Spielen schenken.

Ok, Sie haben mich erwischt. Ein Matchbox-Auto für 3,99 Euro aus dem Supermarkt sollte es nun nicht sein. Die Kleinigkeit durfte ruhig etwas mehr kosten. Ist ja immerhin für mein Patenkind und Lieblingsneffen. Da er sich in seinen jungen Jahren schon sehr für die Fliegerei interessiert und er vom Verstand her auch schon reif genug war, wollte ich ihn in diesem Jahr gerne mit einem ferngesteuerten Hubschrauber beglücken.

Ich kann Ihnen sagen, bei so einer breiten Auswahl war es schwierig für mich als Laie ein geeignetes Modell zu finden. Nach langem Hin und Her entschied ich mich für den Carrera RC im Black Stinger-Design. So wirklich Ahnung habe ich da zwar nicht von, aber die Beschreibung hörte sich ganz gut an. Ergonomischer Controller mit Joystick, abnehmbarer Joystickverlängerung, Ladekabel, Gyro-System für eine stabile Fluglage usw.. Der Preis war völlig angemessen.

Nach ein paar Tagen Wartezeit wurde der Hubschrauber geliefert. In natura sah er sogar noch besser aus, wie auf den Online-Fotos. Und … wie eingangs bereits erwähnt … macht ein guter Patenonkel alles für seinen Neffen. Ist doch Ehrensache, dass der Hubschrauber vor der Geschenkübergabe noch getestet werden musste. Ich wollte doch meinen Neffen nicht enttäuschen, in dem ich ihm etwas defektes schenke oder etwas, mit dem er überhaupt nicht klar kommt.

Ich packte den Carrera RC vorsichtig aus. Nachher musste er schließlich wieder eingepackt werden. Schnell die Batterien eingelegt und die Ladekabel angeschlossen. Während des Ladevorganges von ca. 30 Minuten studierte ich die Bedienungsanleitung. Ganz so einfach, wie ich dachte, war die Steuerung nicht. Aber ich war guter Dinge, dass ich den Hubschrauber in die Luft bekommen würde und mein Neffe später auch gut mit umgehen könne.

Nachdem der Ladevorgang abgeschlossen war, stellte ich den Hubschrauber auf den Boden. Vorsichtig bediente ich den Joystick und schon begann der Rotor sich zu drehen. Etwas mehr Gas und plötzlich begann sich der ganze Hubschrauber um die eigene Achse zu drehen. Schnell wieder Schub raus genommen und schon blieb er still auf dem Boden stehen. Einmal tief durchatmen und noch mal das Ganze. Diesmal klappte alles wunderbar. Der Hubschrauber hob tatsächlich vom Boden ab.

Es dauerte nicht lange und schon hatte ich den Bogen raus. Es machte wirklich Spaß. Das Kind im Manne war geweckt. Nach ein paar Minuten reagierte der Hubschrauber allerdings nicht mehr. Erst dachte ich, er wäre kaputt. Aber dann fiel mir ein, dass der Akku wieder geladen werden müsse. Das war das einzige Manko, was mir an ihm auffiel. Halbe Stunde Ladezeit und nur ca. 10 Minuten Spielspaß. Aber das ist ja heutzutage fast mit jedem ferngesteuerten Spielzeug mit Akkubetrieb so.

Eine Runde fliegen kann ich ja noch, dachte ich mir, dann packe ich ihn wieder ein. War ja schließlich nicht für mich, sondern für meinen Neffen. Aber im Stillen dachte ich schon darüber nach, mir ebenfalls einen zu besorgen. Zum Spielen ist man schließlich nie zu alt.

Dummerweise kam ich dann auf die Idee, meinen zweiten Flug im Freien stattfinden zu lassen. Die Tatsache, dass der Hubschrauber nur für Indoor-Flüge geeignet war, ließ ich natürlich völlig außer acht. Was sollte schon großartig passieren. Außerdem war es windstill. Also nicht lange gefackelt … den Hubschrauber samt Controller geschnappt und ab nach draußen in den Garten gelaufen.

Ich stellte den Hubschrauber auf dem Rasen ab und begann wieder vorsichtig den Joystick zu bedienen. Im Freien machte das Ganze sogar noch mehr Spaß wie drinnen, da man hier ohne störende Zimmerdecken höher fliegen konnte. Doch leider hatte ich die Rechnung ohne Mutter Natur gemacht.

Der Wind frischte auf und noch bevor ich den Hubschrauber zum Landen bringen konnte, flog er mit Hilfe einer Windböe auf die sich im Garten befindliche Eiche. Musste ja so kommen. Es hatte schon seinen Sinn, dass auf der Verpackung stand „Nur für Indoor-Flüge geeignet“. Zum Glück landete der Carrera RC nicht ganz oben in der Krone, sondern etwas weiter unten. Trotzdem kam ich nicht ohne weiteres an ihn ran. Um einen Rettungsversuch zu starten, musste ich wohl oder übel eine Leiter aufstellen.

Die Leiter war gerade hoch genug, dass ich an den ersten dicken Ast gelangen konnte. Glücklicherweise war die Eiche so gewachsen, dass sie sich gut als Kletterbaum eignet. Eigentlich … Vom ersten Ast kletterte ich auf den zweiten. Ich kam immer noch nicht an den Hubschrauber an. Einen Ast musste ich noch höher um ihn zu erreichen. Sie ahnen schon was kommt, oder?

Es kam, wie es kommen musste. Der letzte Ast knirschte und knackte und schon fiel ich vom Baum. Himmel, Gesäß und Nähgarn … Das waren vielleicht Schmerzen. Das Geräusch von brechenden Knochen habe ich mmer noch in den Ohren. Ich fiel aus ungefähr einer Höhe von vier Metern vom Baum und kam so unglücklich auf, dass ich mir meinen Knöchel brach.

Meine Nachbarn bekamen den Vorfall mit und verständigten sofort die Rettung. Das Grinsen der Rettungssanitäter werde ich auch nicht so schnell vergessen, als ich denen von meinem Missgeschick berichtete. Aber es war ja meine eigene Schuld. Ich hatte ja noch Glück im Unglück. Es hätte auch wesentlich schlimmer kommen können.

Dem Hubschrauber ist glücklicherweise nichts passiert. Mein Nachbar war so freundlich und hat ihn, während ich im Krankenhaus behandelt wurde, vom Baum geholt. Er hat sich wesentlich geschickter angestellt wie ich. Er kletterte zwar auch die Leiter hoch, konnte den Hubschrauber aber dann mit einem Apfelpflücker „retten“ ohne weiter höher hinaus zu müssen.

Erst wollte ich meinen Neffen dann doch etwas anderes schenken, habe es aber am Ende nicht getan. Ich wusste, dass er ein intelligenter Junge und nicht so dämlich wie sein Onkel ist. Er freute sich wahnsinnig über sein neues Spielzeug und kam von Anfang super damit klar. Ich selber werde mir doch keinen Hubschrauber zulegen. Ich habe meine Lektion gelernt.

Und sollte ich doch eines Tages den Drang nach einem ferngesteuerten Spielzeug haben, lege ich mir ein Auto zu. Das kann wenigstens nicht auf Bäumen landen.

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