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Ecommerce Wahnsinn @it´s Best und was mir sonst noch so gefällt

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Surströmming challenge

Die Herausforderung – 3 Männer und der tote Dosenfisch!

Es ist Januar 2017. Ein neues Jahr, aber in unserer gehobenen Männerrunde gibt es keine guten Vorsätze (die eh keiner einhält). Nein, wir suchen uns jedes Jahr eine neue Herausforderung.Drei gestandene norddeutsche Kerle, keiner kleiner als 180 cm, keiner leichter als 100 Kilogramm. Grundsolide Mittdreißiger, die dringend mal wieder etwas Action brauchen.

Anfang 2016 waren wir Panzer fahren*. Geile Nummer, macht einen riesen Spaß, auch wenn es ganz schön eng ist in diesen Kisten!

Was also sollte es 2017 werden?

Der erste Gedanke lag klar auf der Hand. Wir müssen unbedingt einen Stratosphärenflug* mit einer MIG machen. Was sonst?!?

Leider hatte keiner von uns die erforderlichen 20.000,00 EUR pro Nase über, deswegen haben wir diese Attraktion erst mal vertagt, bis einer von uns einen angemessenen Betrag im Lotto gewinnt. Alles eine Frage der Zeit.

Ein Tandemsprung mit dem Fallschirm* war die nächste Idee, eine gute Idee, die leider an physikalischen Bedingungen von uns nordischen Prachtexemplaren scheiterte, bei 100 Kilo ist da nämlich Schluss, danach fällt man wohl schneller als gesund ist, oder so.

Irgendwer hatte eine Surstroemming Challenge ins Spiel gebracht. Spannenderweise weiß niemand mehr, wer das war. Es gibt auch heute niemand mehr zu. Ich war es jedenfalls nicht!

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Surstroemming Challenge – klingt jetzt erst mal nicht so spannend. Es wird Dosenfisch aus Schweden vor laufender Kamera gegessen. Natürlich hatten wir von dieser berüchtigten schwedischen Delikatesse gehört, aber wir kommen aus einer Gegend, wo man Heringe vollständig im Rachen versenkt und mit den Zähnen von den Gräten zieht. Surstroemming ist auch nur Hering aus der Dose. Also was dem blonden Nordmann eine Delikatesse, dass kann den norddeutschen Küstenbewohner wohl kaum umhauen!

Ein paar Videos auf Youtube dazu angeguckt und wir waren uns im Großen und Ganzen einig, dass sind alles Weicheier. Wir sind die Erben von Klaus Störtebeker. Der Norddeutsche, der von Dosenfisch kotzen muss, der wurde noch nicht geboren!

Also kurzentschlossen den Surstroemming bei Amazon bestellt und fürs Wochenende einen Termin zum geselligem Fischessen gemacht.

Drei Männer, eine Kamera und eine Dose Fisch!

Am Samstag ging es los, bei Frank im Wohnwagen. Ist ja noch Schietwedder draußen und sowieso!

Die Kamera aufs Stativ gestellt und uns drei Prachtburschen ins Bild gerückt – ging gerade so ohne Weitwinkelobjektiv.

Frank saß links ganz in der Ecke, dann kam ich und außen saß Timo. Da Timo von uns allen die größte Masse ins Rennen warf und am Gang saß, hätten wir nicht einmal fliehen können, wenn wir es denn gewollt hätten.

Der Ablauf stand auch schnell fest. Wir machen die Dose auf und losen dann aus wer den ersten Happen zu sich nimmt. Sollte jemand beim öffnen der Dose würgen oder auch nur das Gesicht verziehen, so beginnt dieser freiwillig mit einem kräftigen Happen.

Ich stell die 712g Dose auf den Tisch und blicke prüfend nach links und nach rechts. Während Timo noch einen (nicht ganz jugendfreien) Witz über Fischgeruch macht, guckt Frank irgendwie etwas unglücklich aus der Wäsche. Seine Finger fuhren dabei zaghaft über den stark ausgebeulten Deckel der Fischdose und ich höre ihn leise murmeln: „ Glaubt ihr es stimmt, dass man diese Dose nicht im Flugzeug transportieren darf?“

Darüber wollten wir uns aber jetzt keine Gedanken machen, also raus mit dem Dosenöffner und rein in die Dose. Wir hörten ein deutliches Zischen als der Überdruck aus der Dose entwich. Mehr war nicht. Timo kugelte sich vor lachen und auch Frank sah nicht mehr ganz so unglücklich aus. Es roch nicht nach Fisch, es roch gar nicht. Was auch immer die Jungs und Mädels in den Videos für Probleme hatten, bei uns roch es nach nix. Irgendwie Enttäuschend!

Auf geht’s zum Verzehr der guten Happen, ich greife nach der Dose um den Deckel abzunehmen, in genau diesem Moment hatte aber etwas diabolisches den Abstand zwischen der Dose und meiner Nase überbrückt …

MEIN LIEBER HERR GESANGSVEREIN, HEILIGE MUTTER DER BIOLOGISCHEN KRIEGSFÜHRUNG!!!

Was da zeitgleich meine Nase und meine Zunge hinauf krabbelte konnte kein Gestank sein, Geruch kann so was nicht anrichten. So ein infernalisches Erlebnis kann es gar nicht geben!

Was ich davon bewusst wahrgenommen habe, ist ein leicht säuerlich-süßer Geruch in Verbindung mit Verwesung, Tot und Pestilenz. Aber, da war noch mehr. Tief aus meinem Innersten, aus hunderttausenden Jahren der menschlichen Evolution brach sich eine Stimme. Bahn, Raum und Zeit hatten keine Bedeutung mehr, mein Stammhirn meldete sich aus den Äonen der menschlichen Evolution und schrie mich an:

„LAUF! Bei allem was dir heilig ist, lauf!“

Es heißt, an der Schwelle des Todes würde man sein ganzes Leben vor sich ablaufen sehen. Bei mir erschien nur ein Satz aus dem Biologieunterricht: „Sind blitzschnelle Reaktionen für unser Überleben erforderlich, reagiert der Mandelkern auch ohne vorherige Verarbeitung und Bewertung der Großhirnrinde. Nur so konnten unsere Vorfahren überleben.“

Ich hatte Angst, pure Panik überfiel mich… noch bevor ich den Schweiß auf meiner Stirn bemerkte, begann etwas irgendwo in der Region zwischen Unterleib und Magen mächtig und stoßweise zu ziehen, während gleichzeitig mein Frühstück und mein Mittagessen versuchte meinen Körper durch den Rachen zu verlassen.

Ich unterdrückte den Brechreflex ,aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass dieses krampfhafte, unkontrollierbare würgen meine Hoden direkt in den Bauchraum ziehen würde. Ein umgekehrter Tritt in die Eier, nicht durch Druck von außen, sondern durch ziehen von innen. Sehr beängstigend und mindestens genauso schmerzhaft.

In einem Körper gefangen, der nur noch aus Würgereiz und Schmerzen zu bestehen schien, nahm ich rechts von mir ein schabendes Geräusch in Verbindung mit unterdrückten Würgekrämpfen, die von gequältem kichern unterbrochen wurde, war. Links von mir hörte ich nur etwas scheppern.

Fast beruhigt stellte ich fest, dass es Frank und Timo wohl nicht besser ging und ich nicht als Erster in den Surstroemming beißen muss!

Was für ein unglaublich kranker Gedanke!

Wie dem auch sei, es kam nicht dazu, diesen Gedanken zu Ende zu denken, denn von links flog plötzlich der halbverdaute Mageninhalt von Timos Mahlzeiten an mir vorbei – es gab wohl Pizza – und verteilte sich auf den Tisch, über der Dose Surstroemming und ein wenig auf Franks Hose.

Das war die Initialzündung! Frank konnte nicht mehr an sich halten und konterte die Pizza mit Schnitzel und Pommes. Die Brocken hatten teilweise eine beeindruckende Größe.

Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich als wahrer Held der Einzige war, der nicht seinen Mageninhalt über den Tisch verteilt hatte, aber das wäre gelogen. Auch ich gab den leckeren Grünkohl vom Mittagessen dazu. In Verbindung mit dem Surstroemming ergab das Ganze ein Allerlei, dass niemand ertragen konnte.

Besudelt und würgend stolperten wir aus dem Wohnwagen …

Rückblickend kann man sagen, dass war das Härteste, was wir jemals gemacht haben. Das schabende Geräusch kam übrigens von Frank, der krampfhaft versuchte das Fenster des Wohnwagens aufzumachen um den Gestank rauszulassen. Warum er dabei gekichert hat, konnte er uns auch nicht erklären Wir werden ihn im Auge behalten.

Das Scheppern links kam von Timo, der das Fenster gleich ganz raus riss, um irgendwie an Sauerstoff zu kommen. Zu spät, wie sich heraus stellte.

Da wir alle drei unseren Mageninhalt in dem Wohnwagen und auf der Dose Surstroemming verteilt hatten, haben wir darauf verzichtet den Hering auch noch zu probieren. Den Erzählungen nach soll der Geschmack gar nicht so schlimm sein wie der Gestank vermuten lässt. Irgendwie so als hätte einem ein toter Pottwal in den Hals geschissen!

Es heißt auch, es gibt nur zwei Dinge die einen echten Mann in die Knie zwingen. Ein kräftiger Tritt in die Eier und eine Dose Surstroemming. Ich kann euch bestätigen, dass dem absolut so ist!

Also meine Herren, wenn Ihr Euch für hart haltet, hier ist eure Chance es zu beweisen. Für die Damen bietet sich neben dem Härtenachweis noch die unglaubliche Möglichkeit, einmal nachzuempfinden, wie sich ein kräftiger Tritt in die Eier anfühlt.

Wie wir zuhause unser Aussehen und den Zustand unserer Kleidung erklärt haben, will ich hier nicht weiter erläutern, es war demütigend.

Im Übrigen dauerte es 3 Tage bis der Wohnwagen gereinigt war, dass lag aber auch daran, dass wir  48 Stunden gelüftet haben, bevor wir uns rein trauten.

Das Video haben wir Drei uns einmal angeguckt und, nach einstimmigen Beschluss, vernichtet!

Was unsere Herrenrunde angeht, zum Jahresauftakt 2018 werden wir wohl mit unseren Frauen in ein Musical ihrer Wahl gehen, dass ist hart genug.